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Lexikon

Von A bis Z

Mit diesem Lexikon möchten wir Sie über wichtige Fachbegriffe der Kieferorthopädie informieren. Viele der Erklärungen basieren auf den Internetseiten www.zahnspangen.org, www.zahnwissen.de oder auch der Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Manche Erklärungen haben wir auch von den Herstellern der jeweiligen Geräte übernommen.

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nach oben Aufbiss

Man unterscheidet Frontaufbiss und Seitenaufbiss. Es handelt sich um ein kieferorthopädisches oder prothetisches Gerät zur Entkopplung der bestehenden Verzahnung. Je nachdem, über welche Zahngruppen der Aufbiss gelegt wird, gibt er anderen Zähnen oder Zahngruppen die Möglichkeit des 'Hochwachsens'. Auf diese Weise können Gebiss- und Kieferanomalien behandelt werden.


nach oben Aktivator

Ein Aktivator ist eine herausnehmbare Zahnspange für Ober- und Unterkiefer in einem Stück. Er besteht aus Plastik und einigen Drahtelementen, zumeist einem oberen und unteren Labialbogen. Bei Bedarf können weitere Drahtelemente gegen Zahnfehlstellungen, eine Nachstellschraube oder Lippenschilde hinzukommen. Er ist das älteste und bekannteste Behandlungsmittel der Funktionskieferorthopädie (FKO). Anders als so genannte aktive oder orthodontische Zahnspangen nutzt er als Kraftquelle ausschließlich die Mundmuskelkräfte. Aktivatoren dienen zur Behandlung von Bissanomalien in der Wachstumsphase, in erster Linie Unterkiefer-Rücklagen mit oder ohne Tiefbiss.


nach oben Bionator

Das Gerät mit der Bezeichnung Bionator ist herausnehmbar. Es liegt locker im Mund und wirkt auf beide Kiefer gleichzeitig. Ein ungünstiger und verspannt wirkender Zusammenbiss wird sicht- und erlebbar verbessert. Besonders während der Wachstumsphase ist es gut wirksam und korrigiert sowohl die zahn- als auch die Kieferstellungen.


nach oben Bite-Jumper

Einsatzgebietdes Bite-Jumper ist vorwiegend der Rückbiss, da durch die Verankerung am ersten Oberkieferbackenzahn eine Kraftentwicklung nach vorn auf den Unterkiefer stattfindet. Vorteil dieser Apparaturen ist die Unabhängigkeit von der Patientenmitarbeit, da die Geräte nicht herausgenommen werden können. Nachteilig kann eine Ausbuchtung der Wangen durch das Behandlungsgerät und eine erhöhte Bruchanfälligkeit sein. Zu den Bite-Jumpern gehören der Jasper-Jumper, der Flex-Developer, die Eureka-Feder und das Sabbagh-Gerät.


nach oben Brackets

Brackets ist der englische Ausdruck für Klammern. Damit sind in der Kieferorthopädie die gebräuchlichsten Befestigungselemente bei festsitzenden Apparaturen gemeint. Sie werden durch spezielle Klebetechniken mit der Oberfläche des Zahns verklebt und bilden so einen Ansatzpunkt zur Bewegung von Zähnen bei festsitzenden Apparaturen. Kennzeichnend für ein Bracket ist die Vorrichtung für die Aufnahme von feinen Bögen. Hierbei handelt es sich um einen horizontal verlaufenden Schlitz. Dieser wird nach oben und unten von den Spitzen eines Flügels begrenzt, die der Befestigung des Bogens mit Hilfe von so genannten Ligaturen dienen.


nach oben Delaire-Maske

Sie dient vorwiegend der Nachentwicklung des Oberkiefers nach vorn in Kombination mit der Gaumennahterweiterung. Die Delaire-Maske wird hierbei an der Stirn und am Kinn bzw. am Jochbogen abgestützt. über Gummizüge wird der Oberkiefer an das Gerät gehängt und erfährt dadurch eine Verlagerung nach vorn.


nach oben dentofaziale Orthopädie

Durch das Ausüben von größeren Kräften, in der Regel über 500 cN, auf den Ober- oder Unterkiefer kann eine Wachstumsbeeinflussende Wirkung entfaltet werden. Beispiele stellen die Hemmung des Unterkieferwachstums mittels einer Kopf-Kinn-Kappe sowie die Nachentwicklung des Oberkiefers mittels einer Delaire- oder Grummons-Maske dar.


nach oben Distalisation

Bezeichnung für die kieferorthopädische Bewegung von Zähnen nach hinten. Die Distalisation wird häufig im Oberkiefer zur Platzschaffung bzw. bei der Bisslageeinstellung eingesetzt.


nach oben Fränkel I bis III

Es gibt herausnehmbare funktionskieferorthopädische Geräte, so genannte Funktionsregler, die von Rolf Fränkel entwickelt wurden und nach ihm bezeichnet werden. Diese Geräte dienen zur Behandlung von Wachstums- und Lageanomalien von Ober- und Unterkiefer.
Durch ausgedehnte Kunststoffflächen im Wangen- und Lippenbereich (Mundvorhof) geraten die Muskeln vor allem bei Aktivität gezielt unter Zugspannung. über die Spannung der Weichteile wird ein Zug auf die Schleimhaut und die darunter liegende Knochenhaut ausgeübt. Dadurch wird Knochenwachstum zielgerichtet angeregt. Zur Behandlung der verschiedenen Fehlstellungen hat Fränkel unterschiedliche Geräte entwickelt. Mit den Funktionsreglern der Typen I und II werden vor allem Probleme mit Unterkieferrücklagen angegangen. Der Typ III wurde für die Behandlung eines umgekehrten überbisses der Schneidezähne – man spricht auch von frontalem Kreuzbiss – entwickelt. Hierbei wird vor allem das Knochenwachstum im Oberkiefer bzw. im Mittelgesicht angeregt.


nach oben Funktionsanalyse

In der Kieferorthopädie wird mit ihrer Hilfe einer Funktionsanalyse die genaue Beziehung der Kiefer zueinander und zu den Gelenken festgestellt. Dazu werden die Gelenke mit einem Gesichtbogen vermessen, anschließend der dem Gelenk entsprechende Zubiss beider Kiefer festgelegt. Im so genannten Artikulator wird die Kieferbewegung der Kiefermodelle simuliert.


nach oben Funktionskieferorthopädie

Unter Funktionskieferorthopädie, kurz FKO, versteht man die günstige Beeinflussung skelettaler Strukturen durch die gezielte Beeinflussung funktioneller Abläufe. Als Beispiel kann ein Patient mit einer Unterkieferrücklage herangezogen werden, der mit einem funktionskieferorthopädischen Gerät, beispielsweise einem Aktivator behandelt wird. Durch den Aktivator wird der Patient darauf trainiert, seinen zurückliegenden Unterkiefer nach vorn zu schieben. Wird dieser Stimulus lange genug aufrechterhalten, soll es zu einer skelettalen Manifestation kommen, also einem über das genetisch determinierte Maß hinausgehenden Unterkieferwachstum. Klassische funktionskieferorthopädische Geräte sind herausnehmbar. Die Einordnung festsitzender Geräte mit ähnlicher Wirkung (z. B, Herbst-Scharnier) in die Gruppe der Funktionskieferorthopädie ist umstritten.


nach oben GNE (Gaumennahterweiterungsapparatur)

Mit einer Gaumennahterweiterungsapparatur kann in relativ kurzer Zeit eine deutliche Erweiterung des Oberkiefers erreicht werden. Der gewonnene Platz erleichtert dann die Einordnung der bleibenden, extrem eng stehenden Zähne. Andernfalls hätten diese Zähne gezogen werden müssen. Die Kiefererweiterung geschieht von der knöchernen Basis aus. Durch eine forcierte Dehnung wird die Gaumennaht geöffnet. Dadurch kann in wenigen Tagen die Breitendiskrepanz zum Unterkiefer beseitigt werden. Bei jugendlichen Patienten kann dies ohne chirurgischen Eingriff erfolgen.


nach oben Headgear

Der Headgear, wörtlich „Kopfgerät“ ist eine kieferorthopädische Apparatur, die sich weitgehend außerhalb des Mundes befindet. Sie besteht grundsätzlich aus einem Metallbügel und einer Kopfkappe bzw. einem Nackenband und dient der Platzbeschaffung und Wachstumsbeeinflussung des zu schmalen Oberkiefers an der Gaumennaht durch Erweiterung.


nach oben Herbst-Scharnier

Kieferorthopädische Geräte dieser Art gehen zurück auf den Zahnmediziner Emil Herbst, der sie Anfang des 20sten Jahrhunderts entwickelte. Wenn der Unterkiefer im Wachstum zurückgeblieben ist und nur noch wenig Wachstumspotenzial zu erwarten ist, besteht die Möglichkeit, durch ein ständig einwirkendes, also festsitzendes Gerät, den Unterkiefer in die gewünschte, richtige Position zum Oberkiefer zu bewegen. Diese Behandlungsart ist in gewissem Sinne als letzter Rettungsanker anzusehen, um eine spätere Operation mit Krankenhausaufenthalt zu vermeiden.


nach oben Incognito-Brackets

Incognito ist in diesem Falle ein geschützter Markenname des 3M Unternehmens TOP-Service für Lingualtechnik GmbH für gleichsam unsichtbare Brackets. – Das Grundprinzip ist ganz einfach: Die Brackets werden nicht vorne, sondern auf der Rückseite der Zähne aufgebracht. Incognito-Brackets sind für Patienten mit jeder Art von Zahnfehlstellung geeignet. Aussage des Anbieters: „Es ist die unsichtbare, leicht zu pflegende und ästhetisch ansprechendste Alternative zur konventionellen Zahnspange. Das einzigartige System bietet hohen Tragekomfort und ermöglicht hochwertige und zuverlässige Behandlungsergebnisse.“


nach oben Intermaxilläre Gummizüge

Intermaxilläre Gummizüge werden vom Ober- zum Unterkiefer über Häkchen an den Brackets oder dem Bogen gehängt. Wichtig ist, dass sie rund um die Uhr getragen und nur zum Essen und Zähneputzen kurzzeitig herausgenommen werden. Beim Einhängen der Gummizüge muss genau auf die Einhänghäkchen geachtet werden, um die therapeutische Zugrichtung zu erhalten. Nach zwei Tagen sollten die Gummizüge gegen neue ausgetauscht werden, da sie erfahrungsgemäß an Zugkraft verlieren.


nach oben Invisalign

Invisalign ist ein Markenname des amerikanischen Unternehmens Align Technology Inc. für eine kieferorthopädische Behandlungsmethode zur weitgehend „unsichtbaren“ Behandlung von leichteren Zahnfehlstellungen, die mit einer Sequenz von individuell gefertigten, dünnen, durchsichtigen Kunststoffschienen arbeitet. Bei dem Begriff handelt sich um ein Kunstwort aus den englischen Wörtern „invisible“ (=unsichtbar) und „align“ (=ausrichten).


Jasper-Jumper

Dieses Gerät besteht aus zwei hochelastischen Druckfedern, die den Unterkiefer nach vorne bewegen. Dafür müssen beide Kiefer komplett mit einer festen Klammer versehen sein. Dadurch ist der Mundinnenraum frei und das Sprechen wird nicht behindert.


nach oben Keramik-Brackets

Weiße Brackets hoher Qualität sind aus Keramik. Die zahnfarbene Wirkung entsteht durch die hohe Lichtdurchlässigkeit. Sie können gehandhabt werden wie die traditionellen Metallbrackets oder vergoldeten Brackets. Viele Patienten bevorzugen weiße Brackets, weil sie damit die natürliche Schönheit Ihrer Zähne zeigen und nicht den Glanz von silberfarbenem Metall.


Lingualbogen

Der Lingualbogen ist Element einer festsitzenden Apparatur. er verläuft auf der Innenseite des Zahnbogens, der Zungenseite von Backenzahn zu Backenzahn. Hauptaufgabe des Lingualbogens ist eine Stabilisierung der Position der Backenzähne - vorwiegend während des Zahndurchbruchs.


nach oben Lingualretainer

Dient zur Stabilisierung einer aktiven Behandlung eines Unterkiefer-Engstandes. Ein dünner Drahtbogen wird im Unterkiefer von Eckzahn zu Eckzahn innen mit wenig Kunststoff an jedem Zahn einzeln befestigt. Er wird etwa bis zum 25. Lebensjahr getragen und dann rückstandslos entfernt. Tägliche Mundhygiene und eine regelmäßige Selbstkontrolle der Klebestellen sind sehr wichtig.


nach oben Lingualtechnik

„Lingual“ heißt auf Deutsch soviel wie „zungenseitig“. Mit Lingualtechnik ist die Korrektur von Zahnfehlstellungen durch feste Zahnspangen, so genannten Brackets, gemeint, die auf der Innenseite der Zähne befestigt werden. Immer mehr erwachsene Patienten nehmen eine kieferorthopädische Behandlung wahr. Gerade bei dieser Patientengruppe sind die Ansprüche im ästhetischen Bereich oft sehr hoch, so dass lingualtechnische Lösungen gefordert werden.


nach oben Lipbumper

Lipbumper werden wie der Lingualbogen vorwiegend im Unterkiefer während des Zahnwechsels eingesetzt. Allerdings verläuft der Lipbumper auf der Wangen- bzw. Lippenseite und das Gerät kann zum Essen und Zähneputzen herausgenommen werden. Aufgaben des Gerätes ist die Distalisierung bzw. Stabilisierung der Unterkiefermolaren sowie die Zahnbogenentwicklung des Unterkiefers.


nach oben Multiband, Multibandapparatur

Multibandapparatur (feste Zahnspange): Behandlung nach Durchbruch der meisten bleibenden Zähne zur Korrektur deutlicher Einzelzahnabweichungen oder Falschstandes ganzer Zahngruppen.


nach oben Nance-Appliance

Bei der Nance-Appliance handelt es sich um eine festsitzende Apparatur, die am Gaumen anliegt. Sie dient zur stabilen Verankerung der oberen Backenzähne.


nach oben Orthodontie

Unter Orthodontie ist, in Abgrenzung zur funktionskieferorthopädischen Beeinflussung skelettaler Strukturen, das Bewegen von Zähnen zu verstehen. Orthodontische Zahnbewegungen können mit herausnehmbaren wie auch mit festsitzenden Apparaturen erfolgen, wobei festsitzende Apparaturen zumeist vorteilhafter sind. Orthodontische Maßnahmen können auch lange nach dem Abschluss des Wachstums, also bei Erwachsenen, erfolgen.


nach oben Pendulum-Appliance

Pendulum-Appliance ist der Name einer festsitzenden Apparatur, mit der die oberen Backenzähne körperlich nach hinten bewegt werden.


nach oben Positioner

Mit diesem Gerät aus elastischem Kunststoff lassen sich mit einer kürzeren Tragezeit größere Korrekturen als mit einer festen Klammer erzielen. Die tägliche Tragezeit beträgt 2 Std. tagsüber und die ganze Nacht. Kann auch in Kombination mit einer festen Klammer oder einem Gesichtsbogen getragen werden.


nach oben Quadhelix

Die Quadhelix wird an der Innenseite der Oberkiefer-Backenzähne befestigt; von außen kaum sichtbar. Es bedarf jedoch aufgrund ihrer Position am Gaumen einer gewissen Eingewöhnungsphase. Ziel dieser Apparatur ist die aktive Erweiterung des Oberkieferzahnbogens.


nach oben Retention

Damit ist die Stabilisierungszeit gemeint; die der aktiven Wirkzeit mit Klammern und Stellschrauben folgt. Die beste Retention wird lebenslang praktiziert. Um dem nahe zu kommen, wird ein dünner Draht an der Innenseite der Frontzähne befestigt, der die Zähne in der gewünschten Position hält. Einen ähnlichen Effekt erzielen wir mit einer herausnehmbaren Schiene, die nur in der Nacht getragen wird.


nach oben Sander II Apparatur (SII) (nicht aus www.zahnspangen.org)

Um eine Lagekorrektur des Unterkiefers zu erreichen, bedienen wir uns so genannter funktionskieferorthopädischer Apparaturen, die von Prof. Sander entwickelt wurden. Die S II Apparatur besteht aus zwei separaten Platten. In die Platte für den Oberkiefer sind im vorderen Bereich Stege mit einer Dehnschraube eingearbeitet. In der aktiven Unterkieferplatte befindet sich eine schiefe Ebene mit einer Neigung zwischen 55° und 65°.


nach oben Sander III Apparatur (SIII) (nicht aus www.zahnspangen.org)

Bei der S III Apparatur spricht man von einem funktionskieferorthopädischen Gerät. Denn die auf den Oberkiefer übertragenen Kräfte werden nur durch die Kaumuskulatur erzeugt. Durch den Einbau einer "Memory-Schraube" im Oberkiefer kann insbesondere bei jungen Patienten eine schnelle transversale körperliche Dehnung erreicht werden, ohne dass eine Erweiterung der Gaumennaht erfolgen muss. Der gewünschte Rückschub kann schrittweise an den beiden Schrauben im Unterkiefer eingestellt werden.


nach oben Schwarz'sche Platte

Hierbei handelt es sich um eine Dehnplatte, mit der die Weite des Oberkiefers vergrößert werden kann.


nach oben SL-Brackets

Das SL steht für selbstligierend, was soviel heißt wie selbstschließend. Es handelt sich also um selbstschließende Brackets. Der Mechanismus, der bei anderen Brackets manuell geöffnet oder geschlossen werden muss, entfällt. Die Brackets sind dadurch weniger auffällig. Die integrierten Clips ermöglichen das einfache Einsetzen und Entfernen der Bogendrähte und halten zugleich den Bogen sicher in seiner Position. Dadurch wird ein unerwünschtes Lösen des Drahtes verhindert.


nach oben Twinblock

Mit Twin-Block ist eine Doppelspange zur Einstellung des Unterkiefers gemeint, durch die das Sprechen kaum behindert wird. Bei Patienten mit schon abgeschlossenem Zahnwechsel kann mit Hilfe des Twin-Blocks durch Ausnutzung des Restwachstums noch eine orthopädische Vorverlagerung des Unterkiefers erreicht werden.


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